Tower of London / Royal Armouries

Royal Armouries ist das nationale britische Museum für Waffen und Rüstungen. Das Museum geht auf die Waffenwerkstatt der englischen Könige im Tower of London zurück. Bei dem im 15. Jahrhundert gegründeten Museum handelt sich um das älteste Museum des Vereinigten Königreichs und eines der ältesten Museen der Welt. Heute ist der größte Teil der Sammlung in einem Museum in Leeds ausgestellt. Über dieses Museum habe ich ja bereits ausführlich berichtet. Hier noch einmal die Links zu den Artikeln:

https://tabletopdeutschland.wordpress.com/2013/09/09/royal-armouries-vor-ort-teil-1/
https://tabletopdeutschland.wordpress.com/2013/09/12/royal-armouries-vor-ort-teil-2/
https://tabletopdeutschland.wordpress.com/2013/09/22/royal-armouries-vor-ort-teil-3/
https://tabletopdeutschland.wordpress.com/2013/10/07/royal-armouries-vor-ort-teil-4/

Ein kleinerer Teil der Sammlung befindet sich weiterhin im White Tower des Tower of London und um diese Ausstellung soll es hier gehen. Ursprünglich entstand die Sammlung in der Regierungszeit von Karl II. Damals hieß die Ausstellung noch Spanish Armoury und zeigte Waffen und Rüstungen, die nach dem Sieg über die spanische Armada erbeutet worden waren. Berühmt ist aber vor allem die sogenannte Line of Kings. In dieser Ausstellung standen lebensgroße Nachbildungen der britischen Könige in voller Rüstung zu Pferd nebeneinander. Seit dem 18. Jahrhundert befindet sich die Ausstellung, die ab diesem Zeitpunkt New Armouries genannt wurde im White Tower. Neben den königlichen Rüstungen, sind auch eine Vielzahl von Waffen, Rüstungen und Uniformen der britischen Armeen quer durch die Jahrhunderte zu sehen. Auch Rüstungen aus den Kolonien und Staatsgeschenke habe ihre eigene kleine Sammlung. Den Abschluss der Ausstellung, welche den Besucher auf und ab quer durch den White Tower führt, bildet eine Sammlung von besonders schönen Artilleriestücken. Die nachfolgenden Bilder zeigen nur einen kleinen Ausschnitt der Sammlung:

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Die versilberte und kunstvoll gravierte Rüstung von Herny VIII.

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Eine Rüstung aus dem Jahre 1540 die von Henry VIII. getragen wurde.

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Die Rüstung Henry des Prinzen von Wales (1594 – 1612)

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Diese Feldrüstung für einen jungen Mann, die überaus kunstvoll gearbeitet ist und vollständig vergoldet wurde, war ursprünglich für Henry den Prince of Wales angefertigt worden. Der junge Prinz starb jedoch bevor die Rüstung vollendet wurde. Die Rüstung wurde also an seinen Bruder den späteren König Charles I. weitergereicht.

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Diese königliche Rüstung aus dem Jahre 1680 ist der eines Arkebusiers nachempfunden. Die dekorativen Initialen IR stehen für Iacobus Rex (König James).

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Diese Rüstung wurde für einen Edelmann aus Padua, den Grafen Annibale Capodalista (1598-1672) gefertigt.

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Diese Rüstung aus dem Jahre 1520 ist im sogenannten „Maximilian“-Stil gefertigt und wird dem König Henry VII zugeordnet.

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Diese schöne Rüstung mit holländischen Dekorationen aus dem Jahr 1616 wurde vermutlich für den jungen Charles I gemacht und später an Charles II. weitergereicht.

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Diese komplette Rüstung eines Kürassiers aus dem Jahr 1620 war der Vorgänger, der später populären leichten Rüstung der Arkebusiere.

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Diese Rüstung aus dem Jahr 1625 war die eines Pikeniers, welche in dieser Zeit Seite an Seite mit den Musketieren in der Schlachtreihe standen.

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Der hölzerne Kopf der König Elisabeth I.

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Tower of London

OK, viele werden diese Bauwerk kennen und vielleicht auch schon selbst besucht haben. Für diejenigen jedoch, die es noch nicht gesehen haben, sei ein Besuch dieser berühmten Festung unbedingt angeraten. Neben der großartigen Burganlage gibt es eine eindrucksvolle Rüstungs- und Waffensammlung, die sagenhaften Kronjuwelen und ein kleines Regimentsmuseum zu bestaunen. Der Preis von 22 Pfund ist zwar ganz schön happig, dafür wird man allerdings auch von einem sehr unterhaltsamen Beefeater, durch das Gemäuer geführt. Beginnen wir also mit dem Rundgang und folgendem dem Torwächter…

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Zunächst eine kleine Erklärung zu diesem Herrn in Uniform. Dabei handelt es sich um ein Mitglied der Yeoman Warders, vollständig Yeoman Warders of Her Majesty’s Royal Palace and Fortress the Tower of London, oft Yeomen Warders, umgangssprachlich Beefeater genannt. Sie sind die Ordnungstruppe des Tower von London und die dortigen Touristenführer. Eine Besonderheit ist ihre Uniform, die ihren Ursprung in der Tudor-Epoche hat.

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Bevor man das durch das Tor schreitet, sollte man einen Rundgang rund um den Gebäudekomplex unternehmen. Die Burg diente in der Vergangenheit ganz unterschiedlichen Zwecken. Zunächst war es die Residenz der englischen und britischen Könige, diente als Waffenkammer, Werkstatt, Lager, Zoo, Garnison, Münzprägestätte, Gefängnis, Archiv und Hinrichtungsstätte. Heute ist der gesamte Komplex ein Museum mit mehr als 2,5 Millionen Besuchern jährlich und damit die meistbesuchte Attraktion im Königreich.

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Die Burganlage

Die erste Festungsanlage an dieser Stelle war eine Holzfestung, die im Jahr 1078 Wilhelm der Eroberer bauen ließ. Sein Sohn veranlasste einige Jahre später, dass die Holzkonstruktion durch einen steinernen Wohnturm, dem White Tower ersetzt wurde. Nach und nach ergänzte man die Anlage durch Mauern und Türme. Der größte Ausbau fand unter Heinrich III. und Eduard I. statt, die beiden Könige ließen die Festung deutlich erweiterte und mit einem Wassergraben umgeben. In dieser Zeit erhielt die Burg auch ihren Namen und war seitdem als Tower of London bekannt.

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Römischer Vorgängerbau – Diese Rekonstruktion zeigt die südöstliche Ecke des römischen London um 400 n.Chr.

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Betreten der Festung – Im Jahre 1281 wurde der Bau des eindruckvollen Landeingangs zum Tower unter Edward I. fertig gestellt. Zwei große Tortürme aus Stein und ein halkreisförmiger Wachturm (heute zerstört) waren über Dammwege miteinander verbunden, die mit Hilfe von Zugbrücken verteidigt wurden.

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Der Torbereich heute.

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Die Krönungsprozession – Am 20. Februar 1547 ritt der 9-jährige Sohn von Henry VIII. in einer großen Prozession aus dem Tower heraus. Die jubelnden Massen säumten die Straße bis zur Westminster Abbey, in der er zum König Edward VI. gekrönt wurde.

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Die königliche Menagerie wird aufgelöst – Seit der Herrschaft von Johann Ohneland (1199-1216) hielten die Monarchen im Tower exotische Tiere gefangen. Im Jahr 1831/1832 musste man jedoch feststellen, dass der Tower nicht der richtige Ort für die Menagerie war. Daher wurde sie in den Regent`s Park verlegt, in dem der Londoner Zoo aufgebaut wurde.

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Die Festung wird aufgebaut – Im 15. Jahrhundert kämpften zwei rivalisierende Dynastien um Englands Thron, der in den blutigen Konflikt, bekannt unter dem Namen „Der Rosenkrieg“ mündete. Der siegreiche Edward IV, hatte zu dieser Zeit gute Gründe die Festung zu verstärken. Die Bulwark- Geschützstellung sollte die Festung gegen Angriffe verteidigten, welcher aus Richtung Stadt kommen könnten.

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Der Tower of London als Modell. So muss die Anlage am Ende des 15. Jahrhunderts ausgesehen haben.

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Den Tower konnte man früher durch zwei Eingänge betreten. Durch das schon beschriebene Burgtor oder per Boot über die Themse durch das Traitors Gate. Durch dieses Tor betraten auch Staatsgefangene die Festung, um hier eingekerkert zu werden.

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In der Mitte des Geländes steht der als White Tower bezeichnete “Keep”. Auf einer fast quadratischen Grundfläche von etwa 30 mal 30 Metern ragt der Turm über fast 30 Meter in die Höhe.

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Rekonstruktion der königlichen Gemächer im St Thomas’s aus dem 21. Jahrhundert.

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Blick von der 2 Ringmauer auf die Themse. An der Südseite liegt mit der Tower Wharf ein Kai aus Stein, der in seiner heutigen Form aus dem späten 14. Jahrhundert stammt.

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In den Waterloo Barracks, der ehemaligen Unterkunft der Festungs-Garnison, findet man heute die Britischen Kronjuwelen.

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Die Wache wollte mich doch tatsächlich durch das rausstrecken der Zunge provozieren. Aber ich blieb natürlich völlig gelassen und ließ die Beleidung an mir abperlen…;-)

Field of Glory Renaissance – Polen-Litauen (Teil 1)

Mein TableTop Einstieg in das 17. Jahrhundert war der Konflikt des 30-jährigen Kriegs und der damit verbundene Aufbau einer Armee der Katholischen Liga für das Regelwerk „Field of Glory Renaissance“. Wie üblich habe ich den Maßstab 1/72 für meine Figuren gewählt. Gegner meiner Truppen ist die schwedische Armee von Frank Bauer, die aber auch schon mal in Form eines dänischen Heeres aufgestellt wird. Mit diesen Truppen kann man schon mehr oder weniger den gesamten 30-jährigen Krieg abdecken. Alle Truppentypen bleiben in diesem Zeitabschnitt (mehr oder weniger) gleich, es verändert sich nur ihre Anzahl, Zusammensetzung und die Formation in der sie kämpfen. Im nächsten Schritt will ich jetzt weitere Gegner für diese bestehenden Armeen aufbauen. Schaut man auf die Konflikte der Regionen Mittel-, Nord- und Osteuropa die parallel sowie davor und kurz danach stattfanden, gelangt man zu folgender Liste:

  • Langer Türkenkrieg 1593-1606 (Habsburger vs. Osmanen)
  • Erster Polnisch-Russischer Krieg 1609–1618 (Polen-Litauen vs. Russland)
  • Polnisch-Schwedischer Krieg 1600–1629 (Polen-Litauen vs. Schweden)
  • Kalmarkrieg 1611-1613 (Dänen vs. Schweden)
  • Osmanisch-Polnischer Krieg 1620–1621 (Polen-Litauen vs. Osmanen)
  • Osmanisch-Polnischer Krieg 1633–1634 (Polen-Litauen vs. Osmanen / Silistrien)
  • Zweiter Polnisch-Russischer Krieg 1632–1634 (Polen-Litauen vs. Russland)
  • 30-jähriger Krieg
    o Böhmisch-Pfälzischer Krieg 1618-1623 (Katholische Liga vs. Protestantische Union)
    o Dänisch-Niedersächsischer Krieg 1625-1629 (Habsburger / Katholische Liga vs. Dänen)
    o Schwedischer Krieg 1630-1635 (Habsburger vs. Schweden)
    o Schwedisch-Französischer Krieg 1635–1648
  • Kosaken (Chmelnyzkyj) –Aufstand 1648-1657 (Polen-Litauen vs. Kosaken / Krimtataren)

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Aus dieser Reihe von Kriegen ergeben sich folgende Konfliktparteien:

• Protestantische Union
• Habsburg/ Katholische Liga
• Polen-Litauen
• Russland
• Schweden
• Dänemark
• Frankreich
• Osmanen
• Kosaken

Aus unseren bestehenden Truppen lassen sich mit leichten Abstrichen die Armeen der Habsburger bzw. der Katholischen Liga, der Protestantische Union, die Armeen von Schweden, Dänemark und auch von Frankreich darstellen. Es gilt jetzt also, die Armeen von Polen-Litauen, Russland und dem Osmanischen Reich aus dem Boden zu stampfen. Da die Kosaken / Tataren oft einen Teil der Truppen der drei genannten Armeen ausmachten, müssen diese nicht noch zusätzlich aufgestellt werden.

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Im ersten Schritt machte ich ein paar Recherchen zur Polnisch-Litauischen Armee, bzw. wie es offizielle heißt der „Königlichen Republik der polnischen Krone und des Großfürstentums Litauen“. Eine Union, die von 1569 bis 1795 bestand hatte. Glücklicherweise gibt es zu diesem Thema drei sehr gute Osprey-Bände (Polish Winged Hussar, Warrior 94 / Polish Armies 1569-1696 (1), MAA 184 / Polish Armies 1569-1696 (2), MAA 188) und natürlich die Armeeliste des Field of Glory-Supplements „Clash of Empires“. Nach dem Studium der Bücher und der Armeeliste will ich mich zunächst auf die Basistruppen konzentrieren. Die geplante Armeeliste sieht deshalb wie folgt aus

• 3 Einheiten Husaren (Flügelhusaren)
• 1 Einheit Pancerni / Petyhorcy (gerüstete Kavallerie)
• 1 Einheit Lisowski Kosaken (umgerüstete Kavallerie)
• 2 Einheiten Haiduken (Infanterie)
• 2 Einheiten Kosaken / Tataren (Leichte Kavallerie)
• 1 Einheit Artillerie
• 1 Armee-Kommandeur
• 2 Kommandeure
• 1 Lager

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Der zweite Schritt bestand aus einem Blick auf die derzeit verfügbaren 1/72 Figuren. Eine gute Basis für eine Polnisch-Litauischen Armee bildet natürlich das großartige Zvezda-Set der polnischen Flügelhusaren, welches ich auch noch im Keller liegen hatte. Die berittenen Kosaken der Firma Orion hatte ich schon bemalt im Regal stehen, denn diese Einheit bildet auch die Leichte Kavallerie meiner Armee der Katholischen Liga. Zusätzlich gibt es auch noch ein Set Kosaken der Firma Zvezda, mit welchen ich die Lisowski Kosaken darstellen möchte. Ein Blick auf das weitere Angebot bei Plasticsoldierreview zeigte, dass die von mir ungeliebte Firma „Mars“ eine ganze Reihe von Figuren zum Thema Polnisch-Litauischen Armee auf den Markt geschmissen hatte. Gerade die älteren Figuren dieser Firma waren teilweise grauenvoll modelliert und gegossen. Allerdings war die Bewertung der neuen Sets etwas besser und so bestellte ich zunächst 3 Test-Packungen. Es waren die Sets 72073 Polish Infantry (Early) und 72077 Polish Field Artillery. Nun fehlten nur noch die Pancerni, die leider aber bisher nicht als Plastik-Set produziert werden. Glücklicherweise hat ein Kleinserienhersteller diese Pancerni als Zinnfiguren auf den Markt gebracht und ich konnte, obwohl die Figuren derzeit nicht produziert werden, einen Restposten ergattern (vielen Dank Uwe!!!). Für die Kommandeure und das Lager will ich dann die überzähligen Figuren der genannten Sets sowie einige Dinge aus älteren Beständen verwenden.

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Die ersten Figuren sind jetzt bemalt und warten auf weitere Verstärkungen (Fortsetzung folgt)…

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Imperial War Museum

Schon vor ein paar Jahren hatte ich bei einem London-Aufenthalt auch das Imperial-War-Museum besucht. Schwerpunkt des Museums ist der 1. und 2. Weltkrieg, sowie die folgenden Konflikte. Anlässlich des 100. Jahrestags zum Ausbruch des 1. Weltkrieges im Jahr 1914 wurde das Museum für einige Zeit komplett geschlossen, um im Jahr 2014 mit einem völlig anderen Konzept und Ausstellung neu zu eröffnen. Statt Räumen vollgestopft mit Waffen, Panzer und Uniformen findet man in allen Ausstellungen jetzt ein sehr modernes Museumskonzept mit zahlreichen interaktiven Bildschirmen und Filmen. Ziel meines Besuches war vor allem die Ausstellung zum ersten Weltkrieg, welche im Vergleich zum Rest sehr ausführlich und strukturiert dargestellt war.

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Nach einer kurzen Einführung zum Thema ging es durch die unterschiedlichen Zeitabschnitte und Schauplätze des 1. Weltkrieges. Zwischendurch wurden spezielle Themenabschnitte behandelt, wie der Grabenkrieg, der Einsatz von Gas, die Wirkung von Artillerie und der Panzer als Waffe. Auch Themen wie der Luft- und Seekrieg wurde mit einbezogen. Ein wichtiges Teil war auch die Heimatfront und Propaganda. Nachfolgend eine kleine Auswahl an Bilder aus der Ausstellung.

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Die Dicke Bertha galt in Deutschland als Symbol für militärische Kraft und technische Überlegenheit…

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Aus Überresten und Geschossschlittern der Dicken Bertha wurden Brieföffner und Sammelbüchsen gefertigt…

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Die Briten hat die Angewohnheit ihren Gräben, Stellungen und Unterständen kuriose Namen zu geben und durch entsprechende Schilder zu kennzeichnen…

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Die bunten Uniformen zu Beginn des Krieges wichen schon bald zweckmäßigen Modellen. Nachfolgend französische und deutsche Uniform im Wandel des Zeit…

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Ein Beispiel für die neue, moderne Ausstellung des IWM. Mit Hilfe dieses Touchscreens konnte man durch die Entwicklung der Grabensysteme blättern…

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Der Deutscher Minenwerfer galt als gefürchtete Waffe. Seine Geschosse trudelten senkrecht vom Himmel, bohrten sich in die Erde und vernichteten alles in ihrer Nähe…

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Hier eine Auswahl an teilweise improvisierten Nahkampfwaffen aus dem Grabenkrieg…

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Panzerwesten und Kürass erinnern an mittelalterliche Ritter im Gefecht…

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Unterschiedliche Teleskop-Typen, die zur Beobachtung des Feindes eingesetzt wurden…

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Wer keinen Körperschutz trug, der versuchte sich „unsichtbar“ zu machen. Dieser handbemalte britische Scharfschützenmantel sollte seinen Träger im Niemandsland schützen…

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Extrem kurios ist dieser Baumstumpf aus Metall, in dem ein Scharfschütze auf seine Beute wartete…

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Die ersten Gasmasken…

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Der Fes eines deutschen Askari…

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Uniformen indischer Einheiten in britischen Diensten…

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Ausrüstung und Uniform der neuseeländischen Soldaten…

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Das berühmte russische Maxim Maschinengewehr…

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Der Krieg der Türken gegen die Britischen Streitkräfte fand seinen Höhepunkt in der Schlacht von Gallipoli…

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Natürlich darf in einer englischen Ausstellung der Name „Lawrence“ nicht unerwähnt bleiben. Er kämpfte als britischer Berater im Arabischen Aufstand gegen die Türken…

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Im ersten Weltkrieg kamen erstmals Panzer und Flugzeuge militärisch zum Einsatz…

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Heimatfront und Propaganda…

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TERCIO

Nach meinen vielen Reisen und Recherchen zum Thema 30-jährigen Krieg wird es nun höchste Zeit, dass die Würfel wieder rollen und neue Figuren bemalt werden. Da ich schon einen Grundstock einer Armee der Katholischen Liga besitze, war es naheliegend diese weiter auszubauen. Ich wollte außerdem eines der von mir besuchten Schlachtfelder in einem Szenario verarbeiten und unbedingt die geheimnisvolle frühe Tercio-Gefechtsformation testen. Meine Wahl fiel also auf Tillys Armee der Katholischen Liga und die Schlacht bei Lutter am Barenberge.

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Die Gefechtsform Tercio

In der ersten Hälfte des 17. Jahrhundert verwendeten die Nationen ganz unterschiedlichen Gefechtsformationen, welche in dieser Epoche Ordonnanz genannt wurden. Die Spanische Ordonnanz bezeichnete den Kampf der Infanterie in sogenannten Tercios. Der spanische Name Tercio leitet sich aus der früher üblichen Dreiteilung der Armee ab. Die Formation setzte sich aus rund 3.000 Mann zusammen, welche zusammen ein Regiment bildeten. Die Einheiten eines Infanterie Regiments hießen Kompanie (der Begriff Fähnlein war zu diesem Zeitpunkt schon veraltet) und wurden von einem Hauptmann kommandiert. Eine Kompanie sollte in der Theorie aus 150 Musketieren bzw. Arkebusieren und 130 Pikenieren, (zumindest in den ersten Jahren des 30-jährigen Krieges), auch Spießer genannt, bestehen. Hinzu kamen ca. 20 Männer der sogenannten Prima Plana, wie die erste Seite der Musterungsliste einer Kompanie genannt wurde (aus dem lateinischen, “erstes Blatt”). Zu den Männern der Prima Plana zählten alle Offiziere, Unteroffiziere und Spielleute. Die Sollstärke des Regiments lag bei 10 Kompanien, insgesamt also die bereits erwähnten 3000 Mann. In der Realität zogen oft weit schwächere Regimenter in die Schlacht. Eine Zahl von 800 bis 1.000 Mann war keine Seltenheit.

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Die Spießer standen als dichtes Geviert im Zentrum des Tercios, in Sollstärke 50 Mann breit und 30 Mann tief. Die Arkebusiere bildeten eine Art Hecke um die Pikeniere, während die Musketiere, die mit ihren schweren Waffen mehr Platz benötigten, in 4 sogenannten Hörner oder Bastionen, also kleinen rechteckigen Formationen, an allen Ecken des Tericos aufgestellt wurden. Diese ungewöhnliche Gefechtsform entstand aus der Idee, möglichst vielen Schützen ein Schussfeld zu bieten und gleichzeitig den Rundumschutz der Pike gegen feindliche Nahangriffe zu gewährleisten. Soweit die Theorie. Die Praxis sah deutlich komplizierte aus und ist mir persönlich noch immer schleierhaft. Vor allem die Zuteilung der sehr unterschiedlich großen Kompanien und ihre Verteilung im Tercio müssen erhebliche Probleme bereitet haben. Eine Formierung zum Tercio aus der Marschbewegung kam sicherlich nicht in Frage. Man liest davon, dass die Aufstellung der Männer an Hand von Logarithmentafel erfolgten musste. Vor allem der Wechsel von der Formation, in der die Schützen der Bastionen und der Hecke schussbereit standen, in eine Nahangriffsformation, bei der nun möglichst schnell die Piken die Front beherrschten, erscheint schwierig. Die Bastionen werden vermutlich hinter den Pikenblock zurückgefallen sein. Anders sieht es mit der Schützenhecke aus, die ja dann erst um den ganzen Block herumlaufen musste. Man liest zwar immer, dass sich die Schützen der Hecke und der Bastionen einfach vor der Front der Piken schützend zu Boden geworfen haben sollen, aber das wären dann ein Haufen von 8 bis 10 Mann hintereinander. Diese Menge direkt vor den Füßen der Spießer macht mit Sicherheit keinen Sinn, da sie einerseits leichte Beute für die gegnerischen Spießer gewesen wären und anderseits die eigenen Spießer stark behindert hätten. In den Türkenkriegen vor dem 30-jährigen Krieg, entdeckte die kaiserliche Armee das Tercio als perfekte Formation, um sich nach allen Seiten gegen die schnelle leichte Reiterei der Türken verteidigen zu können. Bis zum Tod des Feldherren Tilly im Jahr 1632 blieb das Tercio, nun auch als katholische Ordonannz bekannt, die Standartformation der Katholischen Liga.

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Tercio im TableTop

Die Vorteile des frühen Terico im TableTop-Spiel (zu mindest bei Field of Glory) sind seine Größe, wodurch die Einheit länger standhält, das Fehlen von ungeschützten Flanken und Rücken sowie das 360 Grad Schussfeld. Nachteile sind die schlechte Manövrierfähigkeit, das durch die tiefe Formation oft große Teile des Tercios nicht in den Kampf eingreifen können und das die Armee durch die Größe der Formation über weniger Battlegroups verfügt. Am letzten Wochenende konnten wir im Rahmen des berühmten THC’s eine große Schlacht austragen und die Tercios auf Herz und Nieren prüfen. Gespielt wurde natürlich die Schlacht bei Lutter am Barenberge. Wie Tilly damals, so schicken die Spieler der Katholischen Liga drei Gruppen schwere Reiterei auf einen Flankenmarsch. Die Artillerie hatte sich auf beiden Seiten in einer großen Batterie, schwer verschanzt in der Mitte der Schlachtlinie postiert. Auf der rechten Flanke der Katholischen Liga besetzten leichte Truppen, eine Einheit Kroaten und eine Einheit Dragoner, ein unwegsames Waldgebiet. Links und rechts der großen Batterie waren insgesamt 3 große Tercios aufmarschiert. Auf der äußersten linken Flanke stand zusätzlich ein Regiment Kürassiere. Die Dänisch-Niedersächsische Armee hatte keine Tercios aufgestellt. Hier war die Infanterie in sogenannter niederländischer Ordonnanz formiert worden. Diese kleinen Einheiten vereinten große Feuerkraft auf kleinem Raum und eine gute Manövrierfähigkeit. Allerdings fehlte es ihnen an der Standfestigkeit der großen Tercios. An den Flanken der dänischen Schlachtlinie waren insgesamt 5 schwere Kavallerie-Regimenter in Stellung gegangen.

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Die Armee des Feldherren Tilly eröffnete das Gefecht mit einem allgemeinen Vormarsch der Truppen. Der Schwerpunkt des Angriffs lag auf dem linken Flügel, auf dem 2 Tercios und die Kürassiere vorrückten. Auf dem rechten Flügel marschierte ein weiteres Terico in Richtung Bach, während die leichten Truppen diesen bereits überquerten. Zunächst verhielten sich die Dänen abwartend, da man noch unsicher war, auf welcher Seite der Flankenangriff der feindlichen Reiterei schließlich erfolgen würde. Doch schon eine Runde später zeigte sich, dass der Flankenmarsch auf der linken Seite der dänischen Aufstellung eintreffen würde. Hektisch wurden nun weitere Kavallerie-Einheiten in dieses Gebiet verlegt. Unterdessen kam es auf derselben Flanke zu einem schweren Schusswechsel. Die dänische Artillerie schoss zwar vorzüglich, jedoch ließen sich die Tercios davon nicht beeindrucken und marschierten unbeirrt vorwärts. In der folgenden Runde kam es nun, durch das Eintreffen der katholischen Reiterei, unterstützt von leichten Truppen, zu schweren Nahkämpfen, die bald hin und her wogten. Die dänische rechte Flanke, ein Regiment Kürassiere, eine Einheit Dragoner und 4 Regimenter Infanterie standen unterdessen abwartend auf einem Hügelkamm. Erst das plötzliche schnelle Vorrücken der gegnerischen Kürassiere verursachte ein Handeln der Dänen…doch zu spät. Die kaiserlichen Kürassiere konnten die dänischen Reiter in die Flucht schlagen und in der Verfolgung auch die Dragoner vertreiben. Zusätzlich musste sich nun die gefährdete dänische Infanterie ins Karree begeben. Zur selben Zeit konnten sich auf der anderen Schlachtfeldseite ebenfalls die kaiserlichen Truppen im Nahkampf behaupten, wodurch die Armee der katholischen Liga als deutlicher Sieger hervorging. Da der Sieg vor allem durch die Kavallerie erzielt wurde, lässt sich nur wenig über die Tercios sagen. Zumindest hielten sie dem schweren Beschuss der Artillerie stand und konnten so das Zentrum in Schach halten. Wie sich die Tercios im Nahkampf verhalten, konnte aber leider nicht getestet werden.

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Schlachtfeld Lützen 1632

Nachdem ich vor rund einem Jahr am Lützen-Projekt von Frank Bauer (TACTICA 2014) beteiligt war, kam mir die Idee, das Schlachtfeld und den Ort Lützen einmal selbst zu besuchen. So richtig kann ich eine Schlacht und seine Ereignisse immer erst nachvollziehen, nachdem ich die Örtlichkeiten selbst gesehen und erlebt habe.

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Ich hatte mir vorab kaum Informationen und Berichte zum heutigen Zustand des Schlachtfeldes angesehen und so kam ich ohne großes Vorwissen in das Örtchen Lützen geradelt. Interessanterweise haben sich die Ausmaße Städtchens von rund 3.000 Einwohnern anscheinend kaum verändert. Um das Jahr 1632 waren, genau wie heute, die Gebäude der Kirche St. Viti und des Schlosses die größten und auffälligsten Bauwerke. Hinzugekommen sind in erster Linie ein hoher Wasserturm und ausgedehnte Wohngebiete am östlichen Stadtrand, wo einst dem Ort einige Gärten vorgelagert waren. Neu ist auch das schöne Rathaus im Stil der Neurenaissance von 1885, welches an gleicher Stelle wie sein Vorgängerbau steht. Im Jahr 1632 hatte Lützen einen rechteckigen Grundriss, zählte rund 300 Häuser und war von einer Stadtmauer mit 4 Toren, dem Leipziger Tor, dem Schlosstor, dem Knoblochtor und dem Hospitaltor sowie einigen Türmen umgeben. Gesichert wurde das Ganze zusätzlich durch einen Graben. Der Verlauf der alten Stadtmauer war im Osten parallel zwischen der Rudolf-Breitscheid-Straße und Promenade und im Westen zwischen der Ernst-Thälmann-Straße und Kuckhoffstraße. Im Norden markiert der Beginn der Gustav-Adolf-Straße den Standort des Leipziger Tores und der Mauer, im Süden grenzte die Stadtbefestigung an das Schloss. Die schon erwähnten Gärten im Osten, die außerhalb der Stadtmauern lagen, waren durch eine mannshohe Lehmmauer von den angrenzenden Feldern getrennt. Die Straßen im Ort verliefen früher rechtwinklig durch die Stadt, wodurch Lützen an eine römische Siedlung erinnert, was zumindest im Ortskern noch nachvollziehbar ist.

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Schloss und Museum

Das Schloss Lützen, im Süden des Ortes gelegen, wurde bereits 1252 erbaut und war ursprünglich, auch im Jahr 1632, mit einem Wassergraben umgeben. Heute liegt die Schlossanlage in einem kleinen Park. Vom 04. November bis zum 06. November 1632 wurde das Schloss als Hauptquartier Wallensteins genutzt. Am Tage der Schlacht wurde ein Teil der Bürger in die Gewölbe gesperrt, um zu verhindern, dass diese den Stadtbrand zu löschen versuchen. Heute ist in den Räumen ein Museum zu finden, welches sich mit der Stadtgeschichte und vor allem den beiden großen Schlachten, der von Lützen 1632 und der Schlacht von Großgörschen im Jahr 1813, auseinandersetzt. Neben der Dauerausstellung war bei meinem Besuch auch eine Sonderausstellung über den Feldherren Pappenheim in den unteren Räumen untergebracht. Toll ist, dass man den alten Turm besteigen kann, von dessen Spitze aus man einen großartigen Rundumblick auf den Ort und die umliegende Gegend hat. Neben dem Schloss und der Kirche gibt es leider nur noch ein Gebäude, welches auch schon zur Zeit des 30-jährigen Krieges gestanden hat. Es ist das mittlerweile mehrfach restaurierte Gasthaus „Zum roten Löwen“, das am Marktplatz, schräg gegenüber des Rathauses zu finden ist. Die schöne Kirche des Heiligen Vitus wurde im Jahr 1513 geweiht. Im Jahr 1631 wurde die Kirche von kaiserlichen Truppen geplündert, wobei die Orgel, der Altar und die Kirchenbibliothek beraubt und zerstört wurden. Überall im Ort findet man außerdem Hinweise auf die Ereignisse von 1632. Vor allem der schwedische König Gustav II. Adolf ist allgegenwärtig, sei es in Form von Straßennamen, Gedenksteinen oder Statuen.

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König Gustav II. Adolf

Im Nordosten führt die Bundesstraße 87 schnurgerade aus der Stadt hinaus in Richtung Leipzig. Es ist mehr oder weniger die gleiche Wegführung, wie schon zur Zeit des 30-jährigen Kriegs. Am Ortsausgang, an der Stelle, an der sich jetzt ein Supermarkt befindet, lag früher ein 1 bis 1,5 Meter hoher Erdhügel, auf welchem drei hölzerne Bock-Windmühlen standen. Vor den Mühlen war während der Schlacht von 1632 die große Batterie der kaiserlichen Truppen aufgestellt worden. Ein paar hundert Meter weiter stößt man rechter Hand auf das Ehrenmal des schwedischen Königs Gustav-Adolf und die Gedächtniskirche. An dieser Stelle wurde der berühmte Heerführer in der Schlacht getötet. Zunächst markierte die Todesstelle nur ein großer Findling. Erst im Jahre 1837 wurde der Stein mit einem Baldachin, entworfen von Schinkel, gekrönt. Später, im Jahr 1906, kam dann die Gedächtniskappelle hinzu. Auf dem Gelände befinden sich außerdem zwei kleinen Holzhütten aus Dalarna. In einer der Hütten sind der Museumshop und die Kasse, in der zweiten ein kleiner Ausstellungsraum untergebracht. Teil der Ausstellung ist auch ein Film, der die Geschichte der Gedenkstätte erläutert. Die Kapelle kann nur im Rahmen einer Führung (man sollte ein Kombiticket mit dem Schlossmuseum erwerben) besichtigen. Viele Schweden besuchen die Kapelle. So auch, als ich vor Ort war.

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Schlachtfeld

Auf der linken Straßenseite, gegenüber der Gustav-Adolf Gedenkstätte, sieht man die Felder, auf denen einst die Kaiserlichen Truppen ihre Schlachtreihen aufgestellt hatten. Das Schlachtfeld, wie auch die gesamte Gegend sind übrigens flach wie eine Schallplatte. Wenn man in Berichte von Hügel, wie zum Beispiel dem Windmühlenhügel liest, dann sind damit lediglich Bodenerhebungen von maximal 1 bis 1,5 Metern gemeint. Östlich der Straße, rund um die Gedenkstätte erhebt sich heutzutage ein Wald, in dem man einen Kletterpark und ein Tiergehege findet. Hier gab es im Jahr 1632 nur offene Flächen. Folgt man der Straße weiter nach Norden, so stößt man an den Floßgraben. Dieser Kanal wurde zwischen 1578 bis 1587 angelegt, um Holz über längere Strecken zu transportieren. Heute ich der Wasserlauf nur noch ein kleines Rinnsal, einst war er aber ein größeres Hindernis und verzögerte 1632 den Truppenaufmarsch der Schweden, deren Armee den Kanal auf dem Weg zum Schlachtfeld überqueren musste. Der Floßgraben begrenzt das Schlachtfeld im Nordosten, schlägt einen weiten Bogen im Osten und vereinigt sich im Südosten mit dem Mühlgraben, welcher das Schlachtfeld im Südwesten begrenzt. Ich habe übrigens im Ort direkt am alten Mühlgraben der jetzt Ellerbach heißt, zu Abend gegessen. Direkt am Ufer liegt jetzt ein griechisches Restaurant mit kleinem Biergarten. Nahezu unverändert findet man das Schlachtfeld im Süden, wo die Schweden ihre Truppen aufmarschieren ließen. Folgt man hier der Straße durch die Felder, gelangt man nach Meuchen, wo am Ortseingang noch immer die alte Kirche zu finden ist. In dieses Gotteshaus wurde nach der Schlacht der Leichnam König Gustav II. Adolf von Schweden gebracht und aufgebahrt. Nach der Reinigung des Körpers, wurde der König in das Geleithaus im nahegelegenen Weißenfels überführt.

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Diorama

Im Schlossmuseum ist auch ein großes Diorama mit Flachfiguren untergebracht. Das Diorama ist leider in einem nicht so guten Zustand und die Beleuchtung ist auch nicht optimal. Ich habe trotzdem mal ein paar Fotos geschossen, da man hier gut alle Geländemerkmale und Schlachtereignisse im Zusammenhang sieht.

Bücher

Es gibt eine ganze Reihe von guten Büchern zu diesem Thema. Ich kenne leider nur eine kleine Auswahl. Mein Tipp ist das Werk „Der Tod kam als Sachsengänger“ von Dieter Walz, in dem alle Schlachten des 30-jahrigesn Kriegs rund um Leipzig behandelt werden.

Die Schlacht bei Lutter am Barenberge

Auf einer meiner letzten Fahrradtouren führte mich mein Weg durch den nördlichen Rand des Harzes. Hier, südlich des kleinen Ortes Lutter am Barenberge, fand im Jahr 1626 die viergrößte Schlacht des 30-jährigen Krieges statt. Für mich Grund genug, um diese Gegend einmal etwas genauer zu erforschen und die Ereignisse dieser relativ unbekannten (zumindest für mich…) Schlacht zu ergründen.

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Dieser alte Stich stellt die unterschiedlichen Zeitabläufe vor, während und nach der Schlacht in einem Bild zusammen.

Vorgeschichte der Schlacht

Die Schlacht von Lutter am Barenberge stellt den militärischen Höhepunkt der so genannten Dänischen Phase oder besser gesagt des Dänisch-niedersächsischer Krieges (1623–1629) im Rahmen des 30-jährigen Krieges dar. Nach dem Sieg der Katholiken über die protestantischen Fürsten im Reich (Böhmisch-pfälzischer Krieg von 1618 bis1623) beschloss Frankreich, welches nun das Gleichgewicht der Kräfte in Europa bedroht sah, einen Kurs gegen die Habsburger einzuschlagen. Frankreich schmiedete eine Allianz mit Venedig und Savoyen und war auch für das Bündnis der protestantischen Herrscher in Nordeuropa verantwortlich, woraus im Jahr 1625 die Haager Allianz zwischen England, den Niederlanden und Dänemark entstand. Zum Heerführer dieser Allianz und des niedersächsischen Reichskreis, welcher in erster Linie für den Sold der Truppen aufkommen sollte, wurde Christian IV. von Dänemark gewählt, welcher durch den Besitz von Holstein zugleich auch deutscher Reichsfürst war. Seine Aufgabe sollte darin bestehen, Norddeutschland gegen die Truppen der Katholischen Liga zu sichern. Natürlich ging es Christian IV. auch darum, sein Reichsgebiet auszuweiten. Er hatte es auf Verden, Osnabrück und Bremen abgesehen.

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Der Ort Lutter am Barenberge von Norden aus gesehen.

Trotz eines Verbotes der Allianz und einem Versprechen gegenüber dem gegnerischen Feldherren Tilly nicht offensiv mit dem gebildeten Heer vorzugehen, marschierte König Christian IV. im Jahr 1625 gegen Verden und Nienburg. Also Städte, die sich schon im niederrheinisch-westfälischen Reichskreis befanden. In Reaktion auf dieses Vorgehen gestattete Kaiser Ferdinand II. nun Wallenstein ein Heer auszuheben, um die Truppen Tillys zu unterstützen. Mit der Bildung der Armee unter Wallenstein erhielt der Kaiser außerdem eine Streitmacht, die ihm direkt unterstand und ein Gegengewicht zu Tillys mächtigem Heer der Katholischen Liga bildete, welche eher dem Gründer der Liga, dem Kurfürsten Maximilian I. von Bayern folgte. Wallensteins Heer überwinterte im Raum Magdeburg und blockierte so den Weg an lang der Elbe nach Böhmen. Unterdessen lagerte Feldherr Tilly mit seinem Heer im östlichen Westfalen und in Hessen.

Mit seinem Verbündeten Ernst von Mansfeld und Christian von Braunschweig-Wolfenbüttel (der toller Halberstädter genannt), dessen Heere am Rhein und im Raum Lübeck standen, plante Christian IV. für das Jahr 1626 einen Feldzug, der sich zunächst gegen Thüringen und dann gegen Süddeutschland richten sollte. Doch bereits am 25. April 1626 besiegte Wallenstein die Truppen des Feldherren Ernst von Mansfeld in der Schlacht an der Dessauer Elbbrücke. Mansfeld schaffte es noch, ein neues Heer aufzustellen, mit dem er dann nach Süden auswich. Er wurde jedoch von Wallenstein verfolgt, was ihn schließlich zur Flucht zwang. Kurze Zeit später starb Mansfeld in der Nähe von Sarajewo. Auch Christian von Braunschweig-Wolfenbüttel war keine große Hilfe, denn er erkranke und starb am 16. Juni 1626. Im Sommer 1626 stand der dänische König Christian also allein den Truppen der Katholiken gegenüber.

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In Lutter gibt es ein kleines aber feines Heimatmuseum, welches sich auch mit den Ereignisse der Schlacht beschäftigt.

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Zunächst ging der dänische König mit seinem Heer, welches zu dieser Zeit bei Wolfenbüttel stand, nach Süden vor, um den kaiserlichen Feldherrn Tilly und seine Armee zu vertreiben. Am 16. August 1626 trafen beide Armeen bei Northeim aufeinander. Tilly erkannte die Übermacht der protestantischen Seite und zog sich nach Nörten-Hardenberg zurück, um auf Verstärkungen durch Truppen des Feldherren Albrecht von Wallenstein zu warten. Diese waren aus der Gegend von Blankenburg im Anmarsch und bestanden aus 2 Infanterie Regimentern (Colloredo und Cerboni) und 32 Reiter-Schwadronen (Altsachsen, Haußmann und Des Four), sowie 5. Kompanien Kroaten. Der Dänenkönig beschloss nun den Rückzug zur befestigten Stadt Wolfenbüttel. Bei dieser Absetzbewegung wurde Christians Heer angegriffen. Am 25. August 1626 kam es bei der Staufenburg in der Nähe von Seesen zu einem Gefecht zwischen Tillys Vorhut und Christians Nachhut. Dabei verloren die Dänen 600 Mann und zwei Geschütze. Schließlich mussten sich die verfolgten Dänen am 27. August 1626 zur offenen Feldschlacht im freien Gelände bei Lutter am Barenberge stellen.

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Armee der katholischen Liga

Oberbefehlshaber: Graf Tilly

  • General Jost Maximilian von Bronckhorst und Gronsfeld
  • General (der Artillerie) Graf Jacob Ludwig von Fürstenberg

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Der Feldherr der katholischen Liga, Johann Tserclaes Graf von Tilly, war ein Wallone aus dem heutigen Belgien, das damals noch zum Reich gehörte. Mit dem Sieg bei Lutter könnte er seine achtzehnte gewonnene Schlacht verbuchen. Seine Armee bestand in ihrer Masse aus Deutschen, zu denen einige berittene leichtbewaffnete kroatische Einheiten kamen. Eine genaue Zahlenangabe und eine vollständige Aufstellung der Regimentsnamen konnte ich leider nicht finden. Es sollen wohl insgesamt 15.000 Mann Infanterie, 5.000 Reiter und 18 Geschütze gewesen sein. Mir namentlich bekannt sind 8 Infanterie und 10 Kavallerie Regimenter. Es gibt einige farbige Handzeichnungen der Schlachtaufstellungen mit Namen der Regimenter. Diese Darstellungen stammen aus der Sammlung der Wilhelmshöher Kriegskarten, welche wohl im Jahre 1700 angefertigt worden sind. Die Namen der Regimenter sind allerdings zum größten Teil völlig andere, als die, welche in den schriftlichen Quellen genannt werden und somit für mich nicht zuzuordnen (Vielleicht hat jemand bessere Informationen? Über einen Hinweis würde ich mich freuen).

Die Parole für die Schlacht, die von Tilly ausgegeben wurde, lautete: “Seligste Jungfrau Maria”.

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Das bayrische Regiment Cronberg, die „Unüberwindlichen“ genannt, ritten allesamt schwarze Pferde, trugen schwarze Bekleidung und am schwarzen Helm einen weißen Totenkopf (Bild: Ausschnitt aus dem  Diorama “Schlacht bei Lutter a. B.” / Zinnfigurenmuseum Goslar).

Infanterie

  • Regiment Cerboni / 10 Komp. / Tomasso Cerboni
  • Regiment Colloredo / 10 Komp. / Rudolf von Colloredo
  • Regiment Herliberg / 1.500 / Jost Maximilian von Gronsfeld
  • Regiment Reinach / 2.500 / Hans Heinrich IX. Freiherr von Reinach
  • Regiment Schmid / 10 Komp. / Valentin Schmid von Wellenstein
  • Regiment Schönberg / Otto Friedrich Freiherr von Schönberg
  • Leibregiment Würzburg bzw. Alt-Tilly / Wolf Dietrich Truchsess von Wetzhausen
  • Regiment Fürstenberg / 13. Komp. / Graf Jacob Ludwig von Fürstenberg

Kavallerie

  • Regiment Altsachsen / Kürassiere/ 10 Esk. / Hans Rudolf von Bindtauf
  • Regiment Haußmann / Kürassiere / 6 Esk. / Friedrich Ruprecht Freiherr Husman
  • Regiment Des Four / Kürassiere / 10 Esk. / Nikolaus Des Fours
  • Regiment Cronberg / Kürassiere / Adam Philipp Graf von Cronberg
  • Regiment Cortenbach / Kürassiere / Adrian von Cortenbach
  • Regiment Schönberg / Arkebusiere / 10 Esk.-1.000 Reiter / Graf Otto Friedrich v. Schönburg
  • Regiment Bock / Arkebusiere / Matthias von Bock
  • Regiment Erwitte / Arkebusiere / 8 Esk.-500 Reiter / Dietrich Otmar von Erwitte
  • Regiment Lintelo / Arkebusiere / Timon von Lintelo zu Dalhausen
  • Regiment Gál / Kroaten /5. Komp.-500 bis 700 Reiter / Peter Gál

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Musketier im Heimatmuseum Lutter a. B.

Dänische Armee

Oberbefehlshaber: König Christian IV.

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Das Heer Christians setzte sich überwiegend aus Deutschen zusammen, nur die königliche Leibschwadron bestand aus Dänen – 300 Edelleuten -, außerdem nahm ein schwedisches Regiment aus Schonen an der Schlacht teil, da Südschweden damals noch zu Dänemark gehörte. Die Artillerie führte zum größten Teil 24 und 48 pfündigen Kanonen. Bedient wurden die Kanonen von jeweils 5 Artilleristen. Die Stärke des Armee König Christians soll ca. 12.000 bis 16.000 Mann Infanterie, 6.000 bis 6.500 Reiter (90 Eskadrons) und 20 bis 22 Geschütze betragen haben. Auch für diese Armee konnte ich keine Liste der an der Schlacht beteiligten Regimenter finden. In den Schlachtberichten werden 7 Infanterie Regimenter und 5 Kavallerie Regimenter namentlich genannt. In der Liste der Gefangenen und Verluste tauchen außerdem folgende Namen von Obristen auf, die ein Regiment geführt haben könnten:

  • Obrist Marquart Pens
  • Obrist Bilde (Däne)
  • Obrist Rosencranz (Däne)
  • Obrist Hans Sigmund von Frenck
  • Obrist Twachting
  • Obrist Wolf Heinrich von Wersebe
  • Obrist Görtzen (Infanterie)
  • Obrist Catlenburg
  • Obrist Lochhauschen
  • Obrist Graf von Stolberg
  • Obrist Gunternach
  • Obristlt. Ungefugt
  • Obristlt. Berend (Bernhard) Geist
  • General-Commissarius Sivert Powisch
  • General-Commissarius Rantzow

König Christian gab für den Tag der Schlacht die Parole “Für Religion und Vaterland” aus.

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Das kleine Diorama m Heimatmuseum Lutter a. B. zeigt die unterschiedlichen Truppenteile und das Lagerleben im 30-jährigen Krieg.

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  1. Treffen (Vordertreffen / Avantgarde) – General Hans Philipp von Fuchs von Bimbach.
  2. Treffen (Mitteltreffen) – König Christian IV.
  3. Treffen (Hintertreffen) – Otto Ludwig Graf von Salm

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General Hans Philipp von Fuchs von Bimbach. Er trug in der Schlacht eine weiße Ärmelweste, darüber einen grauen Oberrock

Infanterie

  • Regiment Lohausen (600 Mann)
  • Regiment Lintsdow /Linstow (600 Mann) Nikolaus von Lintsdow-Bellin
  • Regiment Mogens-Kaas
  • Leibregiment (das blaue Regiment) / Wilhelm von Kalkum
  • Regiment Schweden
  • Regiment Herzog Christian (2.000 Mann) / Laaradt Stell (???)
  • Regiment Nerprot (Erbrot) / Johann von Nerprot

Kavallerie

  • Regiment Solms / Arkebusiere / Graf Hermann Adolph von Solms-Hohensolms
  • Regiment Hessen / Arkebusiere / Philipp Landgraf von Hessen-Kassel
  • Regiment Courville / Arkebusiere / Nicolas de Courville
  • Regiment Rheingraf / Otto Ludwig Graf von Salm
  • Regiment Freitag / Leo von Freitag
  • Leibeskadron (300 adlige Reiter)

Artillerie

  • Große Batterie: 16 Geschütze
  • Kleine Batterie: 4 Geschütze

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Das Schlachtfeld

Die Schlacht fand in der Ebene des Lutterbeckens, einem relativ flachen Tal rund 30 Kilometer südwestlich von Wolfenbüttel statt. Das Tal ist heute wie einst, von dicht bewaldeten Hügeln umgeben. Im Norden führte eine alte Heerstraße durch das Dorf Neu Wallmoden aus dem Tal heraus. Im Süden wand sich die Straße hinter dem Ort Hahausen durch einen Engpass zwischen zwei Hügeln in Richtung Seesen. Auf halber Strecke zwischen den genannten Ortschaften liegt das Dorf Nauen. Im Nordosten befindet sich die größte Siedlung des Tales, der Ort Lutter am Barenberge. Südlich von Lutter, am Steimker Bach, findet man das Dörfchen Rohde. Eine zweite, kleinere Straße (heute die B248) führte von Nordost kommend durch Lutter und quer durch das Tal bis hinter Hahausen, wo sie in die Heerstraße mündete. Parallel zwischen den beiden Straßen fliesend, verläuft von Süd nach Nord der Bach Neile, der vom Steimker Bach im Zentrum und von der Hummecke und dem Mittelbach im Süden gespeist wird. Schauplatz der eigentlichen Kämpfe war vor allem der südliche Teil des Lutterbeckens und hier in erster Linie die Gegend auf beiden Uferseiten des Mittelbaches. Auf einer Anhöhe, dem Pöbbekenberg, lag die Stellung der Dänen und gegenüber, vor den Wasserläufen der Hummecke und des Mittelbaches, erstreckte sich die Position der katholischen Liga. Wo die Heerstraße den Mittelbach querte, befand sich eine steinerne Brücke. Der Mittelbach führte einst deutlich mehr Wasser, war an den Ufern mit Büschen bewachsen und mit stark morastigem Grund umgeben. Er stellte also ein schwer zu passierendes Hindernis dar. Am linken Ufer der Neile lag auf halber Strecke zwischen Hahausen und Nauen die Pöbbekenmühle.

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Blick vom Pöbbekenberg nach Süden in Richtung Hahausen.

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Blick vom Pöbbekenberg nach Norden Richtung Lutter a. B.

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Blick vom Pöbbekenberg nach Westen in Richtung Nauen.

Schlachtaufstellung

Tilly hatte am Vorabend der Schlacht sein Hauptquartier in Hahausen bezogen. Die Artillerie der katholischen Liga wurde in einer großen Batterie von 12 Geschützen zwischen Hahausen und dem Mittelbach unmittelbar vor der Brücke über diesen in Stellung gebracht. Die Batterie hatte man durch Erdaufwürfe und Astwerk verschanzt und jedes Geschütz hatte eine Bedeckung von Musketieren erhalten. Zudem wurde hinter der Batterie als Schutz das Leibregiment Würzburg gestellt. Rechts von der Brücke wurde Infanterie (Regiment???) und dahinter Leichte Kavallerie (Reg. Erwitte und Bock) postiert. Gegenüber der Brücke im Zentrum standen die Infanterie Regimenter Herliberg, Reinbach und Schmid sowie die Kavallerie-Regimenter Cronberg und Schönberg. Die Infanterie-Regimenter Cerboni und Colloredo wurden auf der äußersten linken Flanke in die lichten Waldgebiete geschickt. In dem gerodeten Gehölz auf der rechten Flanke in Richtung Rohde, standen leichte Infanterie und die Kroaten. Auf dieser Seite hatte Tilly auch die 3 schweren Kavallerie-Regimenter Des Four, Altsachsen und Haußmann auf einen Flankenmarsch geschickt. Sie sollten dem Weg nach Langelsheim nehmen und bis zur Dolger Kirche vorstoßen, um von hier aus den Dänen in den Rücken fallen zu können.

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König Christian IV. residierte am Abend vor der Schlacht in Nauen, wo er sein Hauptquartier im Riemenschneider Hof hatte. Gegenüber der Batterie der katholischen Liga stellen die Dänen eine Batterie von 16 Geschützen auf. Die Position der Batterie lag auf einer Anhöhe, rechts der Heerstraße zwischen Nauen und der Brücke über den Mittelbach. Auch die Dänen verschanzten ihre Artilleriestellung mit Erdaufwürfen und einem Graben. Gedeckt wurden die Geschütze durch ein Infanterie- und ein Kavallerie-Regiment. Auf und neben der Heerstraße, unmittelbar neben der großen Batterie, am Hang des Pöbbekenberges, auf Höhe der Pöbbenmühle stand die Vorhut unter dem Befehl von General Fuchs. Unmittelbar dahinter, auf dem Pöbbekenberg hatte König Christian mit dem Mitteltreffen Position bezogen. Die Schlachtaufstellung führte von hier aus bis zum Dorf Rohde. Auf der linken Seite dieser Aufstellung wurden zur Deckung der Flanke eine Batterie von 4 Geschützen eingerichtet und ebenfalls mit Schanzen versehen. Das Hintertreffen, unter dem Befehl von Rheingraf Ludwig Otto, lag auf Höhe des Ortes Lutter, an der Straße, die von der alten Heerstraße zum Ort führte. Den äußersten linken Flügel der dänischen Schlachtreihe vor dem Radberg, auf der Ostseite des Lutterbeckens, bildete das Regiment Schweden.

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Dieses und die folgenden Figuren-Bilder zeigen Ausschnitte aus dem Diorama “Schlacht bei Lutter a. B.” aus dem Zinnfigurenmuseum Goslar.

Die Schlacht

Der Kampfhandlungen begannen am Morgen des 27. August 1626 um 10 Uhr, als Tilly die drei schweren Kavallerieregimentern Des Four, Altsachsen und Haußmann auf ihren bereits erwähnten Flankenmarsch auf der rechten Seite schickte. Um dem Flankenmarsch etwas Zeit zu geben, eröffnete die Batterie der Katholischen Liga das Feuer erst gegen 11 Uhr.

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Kurz danach griff das Kavallerieregiment Cronberg die dänische Batterie an. Diesem Angriff folgten unmittelbar die Infanterie-Regimenter Herliberg und Reinach, sowie das Kavallerie-Regiment Schönberg. Die dänische Batterie und die dänische Reiterei unter dem Befehlshaber der Vorhut von General Hans Philipp von Fuchs von Bimbach schlugen den Angriff jedoch zurück und zwangen dabei das Regiment Cronberg zur Auflösung.

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Tilly sammelt die zurückflutenden Einheiten und schickt diese, verstärkt durch das Regiment Schmid erneut ins Gefecht. König Christian ließ daraufhin die rechte Flanke des Mitteltreffens vorrücken, um so den erneuten Angriff auf die dänische Batterie abzufangen. Dabei gerieten die Truppen jedoch in das Schussfeld der eigenen Kanonen, die daraufhin ihr Feuer einstellen mussten. Trotzdem gelang es den dänischen Infanterie-Regimentern Lohhausen, Lindsdaw und Mogens-Kaas den feindlichen Angriff über die Brücke und den Mittelbach zurückzudrängen und gegen die Batterie der Katholischen Liga vorzugehen. Bei diesem dänischen Gegenangriff wurden die Formationen der Regimenter Schönberg und Schmid durchbrochen und die Söldner in die Flucht getrieben.

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Nun wurde sogar die Bedeckung der kaiserlichen Batterie, das Leibregiment Würzburg attackiert. Gleichzeitig rücken die dänischen Kavallerie-Regimenter Hessen und Solms über den Mittelbach vor, griffen die dort stehende Infanterie an und drängten diese zusammen mit dem Leibregiment Würzburg auf die im 2. Treffen stehende Bandelier-Reiter zurück.

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Ein weiteres dänisches Kavallerie-Regiment wurde nun aus dem Mitteltreffen zum Angriff geführt und der König begab sich auf die linke Flanke, um dort gegen die feindlichen Truppen im Wald vorzugehen. Unterdessen hatte Tilly unter persönlichen Einsatz die fliehenden Truppen zum Stehen gebracht, durch Truppen aus dem Hintertreffen verstärkt und erneut in den Kampf geschickt. Tillys große Batterie hatte dem Angriff ebenfalls standgehalten und so konnte der Angriff der Dänen schließlich zum Stehen gebracht werden. Als schließlich die Kavallerie-Regimenter Erwitte und Bock die dänischen Front erreichen, drängen diese die Regimenter Solms und Hessen in sumpfiges Gelände zurück, genau dort, wo in der Mittelbach in die Neile mündet. Durch das ungünstige Terrain konnten die Reiter weder zurückweichen, noch durch andere Regimenter unterstützt werden. So wurden viele dieser Kavalleristen, samt ihren Obristen an Ort und Stelle niedergehauen. Der Rest floh nach Norden und ritt dabei durch die anrückende dänische Reserve hindurch, wodurch auch diese in Unordnung geriet und schließlich ebenfalls zurückwich. Tilly erkennt die günstige Lage und schickte nun weiter Einheiten, unterstützt von der großen Batterie ins Gefecht, wodurch der komplette dänische rechte Flügel zurückgeworfen wurde.

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Unterdessen gab König Christian seine Befehle auf dem linken Flügel. Hier gedachte er, einen Angriff auf die im lichten Wald und hinter dem Hummeke-Bach stehenden Kroaten zu unternehmen. Als ihn die Nachricht von der Niederlage auf den rechten Flügel erreichte, schickte er sofort Verstärkungen in diese Richtung und ließ die kleine Batterie bei Rohde das Feuer eröffnen.

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Er begab sich schließlich selbst auf die rechte Flanke. Ungefähr zu dieser Zeit, es muss gegen 13 Uhr gewesen sein, wurden ihm anrückende feindlichen Truppen auf der äußersten linken Flanke gemeldet, es handelte sich um die 3 Kavallerie Regimenter unter dem Befehl von Des Four. Er beorderte daraufhin die Kavallerie-Regimenter Rheingraf und Courville, zusammen mit dem Infanterie-Regiment Schweden den anrückenden Feinden entgegenzutreten. Doch die dänischen Regimenter waren durch die Rückzugsbewegungen und den jetzt einsetzten Beschuss aus dem Wald stark verunsichert. Vermutlich war dies auch der Zeitpunkt in welchem der General Fuchs von Bimbach im Zentrum des rechten Flügels getötet wurde.

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Auf einem Parkplatz an der B 248, auf dem Pöbbekenberg befinden sich das Grab und ein Gedenkstein für den kommandierenden Obristen Freiherr Hans Philipp von Fuchs von Bimbach, welcher an dieser Stelle vom Pferd geschossen wurde.

Das gesamte dänische Mitteltreffen wich daraufhin zurück und wurden schließlich vom Hintertreffen aufgenommen, wo Christian IV. die Reihen neu ordnen musste. Nun traten überraschend die beiden Infanterie-Regimenter Cerboni und Colloredo aus dem Waldgebiet der rechten Flanke.

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Fast gleichzeitig wurden die Dänen jetzt auf der linke und rechten Flanke attackiert und gerade in völlige Panik. Die dänischen Truppen fluten in Richtung Lutter zurück und versuchen den Engpass in Richtung Wolfenbüttel zu erreichen. Noch einmal kann Christian IV. einige Truppen sammeln, darunter das Leib-Regiment zu Fuß und seine Leibschwadron, um zumindest den Rückzug zu decken. Doch auch diese Verbände werden schließlich versprengt und von den Verfolgern gnadenlos niedergehauen. Nur mit Mühe kann der König nach Wolfenbüttel entkommen.

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Der Stallmeister Wenzel von Rothkirch rettet seinen König auf dem Rückzug vor einem feindlichen Angriff.

Zwei dänische Regimenter können sie in Lutter im Amtshaus verschanzen, müssen sich aber schließlich ergeben und geraten in Gefangenschaft.

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Im Hintergrund die Kirche und das Schloss in Lutter.

Die Angeben über die Verluste schwanken erheblich. Bei den Dänen werden Zahlen zwischen 1.500 bis 10.000 genannt, bei den Katholiken spricht man von 200 bis 4.000 Toten.

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Nach der Schlacht bei Lutter gaben bis auf die Herzöge von Mecklenburg sämtliche norddeutsche Fürsten ihre Unterstützung für Christian IV. auf. Die Schlacht leitete bereits früh das allmähliche Ende des Dänisch-Niedersächsischen Kriegs ein. Dieser Teilkrieg des Dreißigjährigen Krieges endete 1629 mit dem Lübecker Frieden.

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Im Heimatmuseum sind auch einige Fundstücke vom Schlachtfeld ausgestellt.

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