Ludus Magnus 04

Ludus Magnus – Jugula

Als Ludus Magnus will ich meinen nächsten Schritt im Spielsystem JUGULA bezeichnen. Der Ludus Magnus, also die „Große Schule“, war die größte der vier bekannten Schulen für Gladiatoren in Rom. Er wurde unter Kaiser Domitian in einer Senke zwischen den Hügeln Esquilin und Caelius errichtet. Den Namen habe ich in Anlehnung an die großen 54 mm Figuren gewählt, welche ich für mein Projekt bemale. Die Bemalung stellt für mich eine ganz neue Herausforderung, also auch eine Art Ludus Magnus dar und ich brauche sicher noch ein wenig mehr Übung, aber grundsätzlich bin ich mit den Ergebnissen schon ganz zufrieden.

Meine ersten drei Gladiatoren sind ein Tharex, ein Retiarius und ein Scissor.

Thraex

Diese Art des Kämpfers hatte eine Bewaffnung, die noch auf seinen thrakischen Ursprung hinweisen sollte. Der Thraex war mit einem Schwert mit gekrümmter Klinge (sica) und einem kleinen, gewölbten Rechteckschild (parmula) ausgestattet und trug einen Helm mit Visier, der von einem Helmkamm mit Greifenkopf gekrönt war. Als Schutzkleidung trug er am rechten Arm einen gesteppten Armschutz (manica). An beiden Beinen trug er gesteppte Beinschützer, die weit über die Oberschenkel reichten. Darüber hatte er über das Knie reichende Beinschienen angelegt.

Ludus Magnus 06

Retiarius

Der Retiarius war ein sehr ungewöhnlicher Gladiator und ist erst seit der Regierungszeit des Kaisers Caligula (37–41 n. Chr.) belegt. Seine außergewöhnliche Bewaffnung bestand aus einem Wurfnetz (rete), einem Dreizack (tridens, auch fuscina genannt), sowie einem Kurzschwert (gladius) oder Dolch (pugio). Er hatte keinen Schild und trug auch keinen Helm. Als einzige Schutzkleidung diente ihm der Schulterschirm (galerus) und eine Armschiene (manica) am linken Arm. Zuerst versuchte er, das Netz über seinen Gegner zu werfen. Wenn es verworfen war, versuchte er, ihm mit dem Dreizack beizukommen; gelang dies nicht, hatte er für den Nahkampf noch das Schwert. Sein Gegner war überwiegend der Secutor.

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Scissor

Dieser seltene Gladiatorentyp konnte auch als Gegner des Retiarius antreten. Er hatte genau wie der Secutor einen eiförmigen Helm mit Augenlöchern, er führte in seiner rechten Hand auch das Kurzschwert (gladius), und der rechte Arm wurde auch von einer Armschiene (manica) geschützt. Das Besondere an dem Scissor war aber, dass er keinen Schild (scutum) hatte, sondern dass sein linker Arm in einer kegelstumpfförmigen Röhre steckte, die den ganzen Unterarm bedeckte. Am Ende dieser Röhre war ein kurzer Schaft mit einer wiegemesserförmigen Klinge angebracht. Mit dieser Waffe konnte er das Netz des Retiarius zerschneiden oder dessen Dreizack parieren. Ebenso konnte er seinen Gegner mit sichelndem Hieb nahezu aufschlitzen. Da er seinen Körper nicht durch einen Schild decken konnte, trug er ein knielanges Kettenhemd (lorica hamata) oder einen Schuppenpanzer (lorica squamata).

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